Tja, da ist es passiert. Nach nur knappen vier Tagen Downtime
hust ist
YiGG mehr oder weniger mit version 6 live. Wie man es von
anderen deutschen Startups gewohnt ist, funktioniert noch nichts so recht wie es eigentlich soll. So wird berichtet, dass Gruppen nicht migriert wurden, Benutzerinfos verschwunden sind und diverse andere Bugs existieren. Weiterhin ist die Seite noch immer lahm.
Das neue Design lässt sich recht einfach beschreiben: Wenn sich
Kommissar Schneider auf ein $25-Template von TemplateMonster erbricht und seinen Auswurf mit den Krallen eine halbe Stunde in das Template einmassiert, dürfte man recht einfach ein sehr vergleichbares Ergebnis erreichen. Schade, dass Herr Schneider schon Polizist ist und vermutlich an einer Arbeit als Webdesigner kein Interesse hat. Man muss jedoch sagen, dass es ein wenig übersichtlicher geworden ist. Das Ekelgefühl überwiegt aber trotzdem.
Viel extremer als vorher fällt nun die Werbung auf. Vom Gefühl her, mutet das neue YiGG ein wenig an ein Funblog oder eine Warez-Seite an. Alles vollgestopft mit hässlichen Bannern und AdSense. Zu allem Überfluss erprobt man anscheinend derzeit auch noch den Einsatz der Werbeform für Seiten mit Traffic in der Qualität von besagten Funblogs und Warez-Seiten. Nämlich Traffic, dessen Klick- beziehungsweise Konversionsraten so unter aller Sau sind, dass man bei einem TKP von 3-4 Euro noch mehr mit LayerAds verdient. Zu sehen sind die Ads zum Beispiel unter "Neueste Nachrichten". Somit steigt YiGG nun in die Riege der für mich absolut unseriösen Seiten ab.
Auch wird man wohl in Zukunft kaum mehr einen Nutzen daraus ziehen können, seine News bei YiGG zu posten. Die Überschriften sind nämlich nun nicht mehr mit der Quellseite verlinkt, sondern verweisen auf die YiGG-Seite des Artikels. Selbst von dort aus, ist die Überschrift mit selbiger verlinkt. Da hat wohl ein schlauer Consultant verraten, wie man den User auf der eigenen Seite gefangenhält, damit er doch bitte bitte mehr LayerAds sieht oder vielleicht doch mal einen Banner klickt. Auf die Quellseite gelangt man nur noch, indem man rechts unter dem Screenshot auf einen ganz kleinen Link mit dem Ankertext "Quelle öffnen" klickt. Dass dieser von vielen Nutzern erst gar nicht wahrgenommen werden wird, steht fest. Und auch aus
SEO-Sicht, geht damit der Sinn von YiGG vollkommen den Bach runter.
Auch ist ein so unglaublich misslungenes Release peinlich. Peinlich besonders für erfahrene Projektleiter und Informatiker aus Deutschland. Es gibt hier durchaus Leute, die wirklich Ahnung vom Refactoring, Relaunch, Testing und Deployment großer Webprojekte haben. Doch leider scheinen diese bei den großen deutschen Startups wie YiGG nicht gefragt zu sein. Man hat wirklich das Gefühl, dass dort kein einziger Entwickler / Admin / Projektleiter mit mehr als ein paar Wochen Erfahrung angestellt ist. Ich fühle mich stark erinnert an das frühe StudiVZ. Aber sogar die haben ja mittlerweile halbwegs die Kurve gekriegt.
Für mich ist YiGG jedenfalls gestorben und ich hoffe, dass sich bald eine ordentliche Alternative auftun wird und auch die anderen User so schlau sind und soetwas nicht einfach hinnehmen.
UPDATE:
Ohje. Anscheinend wurden die IDs von Artikeln geändert. Das ist wohl der härteste Fehler, den man überhaupt machen kann. Dadurch werden quasi alle alten URLs ungültig.
UPDATE 2:
Sämtliche URLs wurden augenscheinlich geändert. So funktionieren essenzielle Adressen wie
http://www.yigg.de/ueber nicht mehr. Hätte man sich mal vorher im Internet informiert, oder einen einigermaßen fähigen Consultant beauftragt, wüsste man, dass man - wenn man schon Adressen unbedingt ändern will - die alten URLs auf die neuen weiterleitet. Hierzu sei der Artikel
Cool URIs don't change vom w3 jedem ans Herz gelegt.
Wie der
CEO von YiGG in seinem Blog schreibt, wurde extra eine Usability-Studie durch ein externes Unternehmen für den Relaunch in Auftrag gegeben. Ob dieses Unternehmen tatsächlich dazu geraten hat, alles mit Werbung vollzumüllen, dubiose Werbeformen einzusetzen, URLs und alte IDs ohne Weiterleitung zu ändern und somit sämtliche Google-Treffer unbrauchbar zu machen, sei dahingestellt. Ich würde diese Studie jedenfalls gerne sehen!
Update 3 (01.07.08 15:49)
Jetzt gibt's nen 404 auf yigg.de - anscheinend ist der Apache tot. Immerhin ist die Fehlermeldung um einiges hübscher, als das zuletzt gesehene :-) Danke!
Update 4 (01.07.08 15:53)
Zitat aus dem
YiGG Launch Liveblog: "
michaelreuter - Bugfix: Google Redirects sollten wieder stimmen" - da fragt man sich doch, wieso
http://www.yigg.de/ueber immer noch einen 404 gibt.
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Tschüß YiGG!
Yigg v6 ist da… und zwar richtig scheisse
Yigg.de am Ende?
Ich bin eben eher per Zufall drüber gestolpert und habe es dann mal schnell für meine eigenen Blogs gecheckt, in denen ich im fraglichen Zeitraum neue Beiträge veröffentlicht hatte. Ich bin da nicht so eine Fetischistin, die stündlich oder täglich checkt
Aufgenommen: Jul 04, 18:46