schreiben in Ihrem Leserbrief an den Spiegel, bezogen auf den Artikel
"Schlaue Mädchen, dumme Jungen":
Jahrhundertelang hat es so gut wie niemanden interessiert, inwieweit die Fähigkeiten, Mäglichkeiten und Ambitionen der Mädchen und Frauen verkümmerten. Warum also jetzt diese Aufregung, weil die Mädchen in der Schule besser sind? Das waren sie immer, nur wurden sie früher von Kind auf zur Gefährtin des Mannes abgerichtet und deswegen gar nicht erst zur höheren Bildung zugelassen, zu den guten Berufen, wo sie hätten beweisen können, was in ihnen steckt. Die Männer fürchteten schon immer, und immer zu Recht, die Konkurrenz kluger und unangepasster Frauen. Der alte Cato sprach aus, was die Alten schon vor ihm gewusst hatten: Sobald die Frauen uns gleichgestellt sin, sind sie uns überlegen.
Nun, liebe Frau N., ich will Ihnen erklären, warum man sich so aufregt. Der männliche deutsche Schüler scheint, so der Artikel im Spiegel wahr ist, ein großes Problem mit der Schule zu haben. Warum sollte man dieses Problem also nicht zu lösen versuchen? Ich kann Ihre Verbitterung durchaus verstehen, wahrscheinlich wurden Sie während der letzten 387 Jahre Ihres Lebens doch unglaublich stark unterdrückt und nicht ausreichend gefördert. Das tut mir leid. Wenn ich an meine Großmutter denke, die letztes Jahr im Alter von 90 verstarb, Ärztin war und eine eigene Praxis führte, kann ich nur sagen: Jeder kann es schaffen, egal was zwischen den Beinen baumelt - oder eben nicht. Man muss nur wollen und eventuelle Hindernisse bezwingen. Wenn Frauen in irgend einer Form benachteiligt werden, tut mir dies leid. Meinetwegen sind die Frauen uns überlegen, das ist mir offengesagt rille. Um so mehr frage ich mich, wieso dann das überlegene und ach so emanzipierte Geschlecht plötzlich genau die selben Arschloch-Züge zeigen muss, die der Mann in Jahrhunderten des Patriarchats an den Tag legte. Gleiches mit Gleichem vergelten? Ich finde, man sollte, schon um unser Fortbestehen willen die Bildung fördern, egal bei welchem Geschlecht.